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Die Geburt Christoph Willibald Glucks in Erasbach, ein folgenreicher Irrweg



"Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum."
Johann Wolfgang von Goethe, in: Wilhelm Meisters Wanderjahre.


 

Auf vielfachen Wunsch fassen wir die Argumente, warum die Geburt Glucks in Erasbach nicht länger aufrecht erhalten werden kann, zusammen:

Notabene: Es war ein einziger Autor, der 1914 in die Archive ging und hinterher versuchte, den Gluck'schen Geburtsort Weidenwang auszulöschen und den Geburtsort Erasbach argumentativ zu untermauern; alle anderen schrieben von ihm nur ab. Es handelt sich um den katholischen Pfarrer und Hobbyhistoriker Franz-Xaver Buchner (1872-1959), nachmalig Domkapitular in Eichstätt. Wir zitieren im Folgenden aus seiner einzigen Arbeit zum Thema: Das Neueste über Christof Willibald Ritter von Gluck, aus Archiven erholt von Franz Xaver Buchner, Oberpfalzverlag Kallmünz 1915. Zu dieser Arbeit gelangen Sie durch Klick auf folgendes Bild!



Es folgen Buchners Aussagen im Einzelnen, in der Reihenfolge seiner Arbeit - jeweils mit einer kurzen Richtigstellung unsererseits:

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Buchner Seite 6: "Pfarrer Ainmiller konnte nicht wissen, dass die seit Jahrzehnten aufgetretene Meinung in der Literatur, Weidenwang sei der Geburtsort, eben auch nur einen Taufschein als alleinigen Stützpunkte habe..."

Buchner unterstellt an diversen Stellen seiner Abhandlung anderen Gluckforschern Unwissen und Manipulation und macht dabei auch vor seinen Pfarrer-Kollegen nicht halt, in diesem Fall dem Weidenwanger Pfarrer Kaspar Ainmiller, den er als "gutgläubig"-naiv tituliert.

Tatsache ist: Nicht nur der heute verlorene Taufschein Glucks untermauerte Glucks Geburt in Weidenwang, sondern vor allem die mündliche Tradition des Ortes Weidenwang, welche Christoph Willibald Gluck im Jahr 1764 anlässlich seines Besuches in seinen Heimatdörfern selbst begründete und Pfarrer Ainmiller noch 1845/46 in einem seiner Schreiben wahrheitsgetreu, in der einfachen Sprache der Dörfler, wiedergab, nämlich dass "in Weidenwang ein Gluck gewesen sein soll, der sich auf allen Instrumenten ungemein gut auskannte." In Zeiten fehlender Printmedien wurden solche Traditionen sehr sorgfältig von einer Generation zur nächsten - in diesem Fall der Enkelgeneration - weitergegeben. In den Jahren zwischen 1764 und 1914 bezweifelte kein Mensch in Erasbach die Geburt Glucks in Weidenwang - ganz im Gegenteil: Die Erasbacher feierten die Gluck-Jubiläen in Weidenwang sogar gerne mit. Dies hätten sie nie getan, wenn ihnen Weidenwang den Rang des Geburtsortes abspenstig gemacht hätte. Auch heute gibt es nicht den geringsten Grund, an der Weidenwanger Ortstradition zu zweifeln, was wir im Folgenden reichlich belegen!

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Buchner Seite 9: In der Auflistung der Forstdienstinhaber von Weidenwang (nach den Pfarrmatrikeln von Weidenwang) schreibt Buchner. "2. Stephanus Betz, silvarum Sehlingpfortensium inspector 1695; sonst nicht genannt. Nun kommt eine Lücke bis zu 3. Philipp Ernsdorfer venator zu Weidenwang" (Taufmatrikel 1724). Er war der unmittelbare Nachfolger des Alexander Gluck in dessen Dienst zu Weidenwang..."

Buchner verrät in dieser Freud'schen Fehlleistung seine Voreingenommenheit: Nach dem Förster Stephan Betz oder Petzel, der entgegen Buchners Behauptung sehr wohl bis 1702 in den Matrikeln von Weidenwang nachzuweisen ist, unterstellt er zuerst eine Lücke bis 1724 und unterschlägt damit die wahre Nr. 3 der Förster, nämlich Glucks Vater Alexander Gluck. Im Nachsatz zu Philipp Ernsdorfer meldet sich dann das schlechte Gewissen und Glucks Vater wird beiläufig doch noch erwähnt. Warum ihn dann zuvor in der Übersicht unterschlagen? Es ist an dieser Stelle nicht zu verkennen: Der Komponistenvater Alexander Gluck störte Buchner in Weidenwang, also warf er ihn zunächst aus seiner Auflistung.

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Buchner Seite 10: Noch ein Beispiel für Buchners Subjektivität und Diskriminierungsversuch: "Es lag nahe, dass man in Weidenwang nach dem Geburtshaus des berühmten Tondichters suchen ging. Es war bald gefunden, er musste im ehemaligen Forsthaus geboren sein..."

Richtig ist: Kein Mensch in Weidenwang musste "nach Glucks Geburtshaus suchen", das Haus stand seit jeher dort, wo es heute noch steht. Gluck "musste auch nicht" nach dem Willen findiger Weidenwanger "im ehemaligen Forsthaus geboren sein" - er war es eben! Dies ist ein gravierender Unterschied! Die Begründung folgt.

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Buchner Seite 10: "Gluck ist in diesem Hause sicher nicht geboren worden, weil dieses Haus damals noch nicht existiert hat, auch kein anderes an seiner Stelle..."

Dies ist das schlimmste von Buchners Vorurteilen - ein in toto unwahrer Satz! Hätte Buchner die Akten zu Weidenwang gründlicher gelesen, so hätte er den Passus gefunden, dass in diesem Haus bereits um 1714 - Glucks Geburtsjahr! - eine Kaminreparatur vorgenommen worden war. Hätte er das Forsthaus von 1723/24 genauer inspiziert, hätte er dort wesentliche Bauteile des Vorgängerhauses finden und als solche einschätzen können, u. a. einen Gewölbekeller und den komplett erhaltenen Ostgiebel. Nach der bauarchäologischen Untersuchung des Gluckhauses und der dendrochronologischen Analyse seiner Balken im Jahr 2020 steht zweifelsfrei fest: An der betreffenden Stelle gab sehr wohl zur Zeit von Glucks Geburt ein Haus! Und es war auch ein Forsthaus. Was liegt näher als die Annahme, dass Glucks Vater Alexander Gluck dieses Haus, in dem alle Geräte für die Forstwirtschaft lagerten und auch die Registratur des Holzeinschlages etabliert war, für eine gewisse Zeit noch selbst bewohnte?

Kurz: Die archäologische Untersuchung des Hauses bestätigt in vollem Umfang die Weidenwanger Ortstradition!

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Buchner Seite 11 und 12: Buchner beschreibt den Prozess um das Forsthaus in den Jahren zwischen 1719 bis 1724. Dabei enthält sein Bericht viele Ungenauigkeiten, u. a. wirft er die Renovierung des alten Forsthauses von Weidenwang mit einem Forsthaus-Neubau am Waldrand in einen Topf. "Auf Grund des umfangreichen Aktes steht nun fest, dass unser Tondichter Gluck in dem nach ihm benannten Hause in Weidenwang nicht geboren sein kann, dass ferner vor dem Hausbau im Jahr 1724 eine Dienstwohnung nicht vorhanden war, dass Glucks Vater also höchstens in der Herberge, d. h. in der Miete, hätte dort wohnen können..."

Wir stellen erneut richtig: Vor dem Neubau 1724 gab es sehr wohl eine Dienstwohnung im Haus Nr. 42, wenngleich wegen Schäden an Dach und Kamin nur ein kleiner Teil des Hauses bewohnbar war. Schleierhaft bleibt, wie Buchner aus Alexander Glucks potenziellem Status eines Mieters auf die Nicht-Geburt eines Kindes schließen kann! Der Begriff Miete ist für das frühe 18. Jahrhundert sowieso falsch, denn es gab damals allenfalls "Inwohner", mit denen man in der Regel keinen schriftlichen Mietvertrag abschloss.

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Buchner Seite 13: "Die Kirche in Erasbach war die ehemalige Schlosskirche, welche, der Lieben Frau von der Heimsuchung geweiht, im 18. Jahrhundert viel besucht war."

Buchner suggeriert hier die allgemeine Beliebtheit der Erasbacher Kirche zur Zeit der Glucks, ohne feste Handhabe. Richtig ist, dass die Kirche von Erasbach nicht zum nebenstehenden Schloss der Hofmark Erasbach gehörte, sondern immer Filialkirche von Weidenwang gewesen war und im frühen 18. Jahrhundert, zur Zeit der Glucks, nach schweren Schäden im 30-jährigen Krieg, noch immer stark heruntergekommen und ohne regelmäßigen Messdienst war. Dies war übrigens für Glucks Vater Alexander Gluck der Grund, nach seinem Weggang nach Nordböhmen zweimal für diese Kirche zu spenden, u. a. ein Messgewand, das es zuvor an der Kirche gar nicht mehr gab.

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Buchner S. 13: In der Liste der Förster oder Jäger von Erasbach nennt Buchner Alexander Gluck an richtiger Stelle Nr. 4 - ganz im Gegensatz zur Liste von Weidenwang (siehe oben).

Dies ist nichtsdestotrotz eine manipulative Liste - allein deshalb, weil das Försteramt vom Jägeramt von Erasbach feinsäuberlich zu trennen gewesen wäre. Im Folgenden wirft Buchner die Bezeichnungen "Jäger" und "Förster" ständig durcheinander. Richtig ist: Alexander Gluck war zur Zeit der Geburt seines Sohnes Christoph Willibald ausschließlich Jäger von Erasbach, wozu er - ganz im Gegensatz zum Forstdienst von Weidenwang - weder besondere Ausrüstung noch ein eigenes Dienstgebäude in Erasbach benötigte. Erst im Jahr 1716 wird er auch Förster von Erasbach werden. Dass Alexander Gluck mit seiner Familie Ende 1714 trotzdem nach Erasbach umzog, hatte ganz andere Gründe, die noch benannt werden.

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Buchner Seite 15: "In Weidenwang war vor dem Forsthausbau im Jahre 1724 eine Dienstwohnung für den Förster des Klosters Seligenporten nicht vorhanden."

Immer wieder derselbe Irrtum, siehe oben. Die Dienstwohnung, ja sogar ein Diensthaus war vorhanden, vor Alexander Gluck mit dem Weidenwanger Förster Stephan Petzel besetzt. Heute sind wir sogar ziemlich sicher, dass die Tradition dieses Hauses an betreffender Stelle weit vor den 30-jährigen Krieg zurückging, bis zur Gründung des Seligenportner Dorfes im 14. Jahrhundert!

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Buchner Seite 15: Buchner zitiert ein Protokoll des Schultheißenamtes Neumarkt vom 27. März 1725 mit dem Satz, dass "vor bereits 12 Jahren zu Pfalz-Neuburgischer Zeit für den Graf Haubnischen Jäger Alexander Gluck schon ein neues Jägerhaus erbaut" worden sei. Später liest man, dass "obgemeldt Graf Haubnischer Jäger solch sein ex propriis gebautes Haus" an einen Leonhard Wagner verkauft habe.

Es gibt keine Unstimmigkeit darüber, dass Alexander Gluck im Jahr 1713 begann, mit Eigenmitteln und einem Zuschuss seiner Dienstherrn in Erasbach ein Haus zu bauen. Dies betraf aber in diesem Jahr ausschließlich den steinernen Hauskörper, nicht die Holzarbeiten (Zwischendecken, Dachstuhl, Böden, Fenster und Türen). Hier unterschied sich das Erasbacher Haus der Glucks in keiner Weise vom Forsthaus von Weidenwang, in dessen Corpus aus Bruchstein wir nicht ein einziges Stück Holz fanden, und in dem die Stürze der Fenster und Türen selbst dann flachbogig aus Stein angefertigt waren, wenn diese selbst keinen Bogenabschluss aufwiesen. Dies hatte mit dem Zeitpunkt des Holzeinschlages, der erst im nachfolgenden Winter lag, zu tun und mit der Tatsache, dass das Bauholz nach seiner Gewinnung und Zurichtung (die einige Wochen dauerte) sofort trocken in ein Haus eingebaut werden musste, um einen Schädlingsbefall zu vermeiden. Der das Erasbacher Haus betreffende Holzeinschlag fand, wie noch aufzuzeigen sein wird, erst im Winter 1713/14 statt, als der steinerne Corpus des Hauses bereits vollendet war. Der Abbund und das Aufrichten der Zwischendecken und der hölzernen Dachkonstruktion erfolgte im Frühjahr/Sommer 1714. Bezugsfertig dürfte das Erasbacher Haus der Glucks erst nach Einbau der Böden, Fenster und Türen und nach dem Anbringen des Innenputzes und Einbringen der Wintervorräte im Herbst 1714 gewesen sein!

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Buchner Seite 19: "Um den letzten Einwand abzuschneiden, dass Alexander Gluck erst nach der Geburt des Christof Willibald (2. Juli 1714) seinen Wohnsitz in Erasbach aufgeschlagen und bis dahin in Weidenwang in der Miete gewohnt habe...", zitiert Buchner auf Seite 19 seiner Arbeit 4 Dokumente - als "Beweismittel":

Das erste ist eine Bauholzbewilligung des k. Forstamtes Neumarkt: "3. Februar 1713 - Johann Wilhelm Pfalzgraf d. (so!) Amberg bewilligt für den Oberjäger zu Erasbach Alexander Gluck zur Auferbauung einer Wohnung 20 Stamm Bauholz waldzinsfrei".


Aus dieser Bauholzbewilligung bzw. dem Erlass des Waldzinses kann keinesfalls abgeleitet werden, dass Alexander Gluck das besagte Haus in Erasbach schon im Jahr 1713 bezogen hätte. Man beachte: Das Dokument ist am 3. Feburar 1713, einen Tag nach Mariä Lichtmess, ausgestellt, also zu Beginn des neuen bäuerlichen Dienstjahres. Spätestens mit Ende der vorangegangenen Schlenkerwoche 1713 (bis Mariä Lichtmess) sind alle zum winterlichen Holzeinschlag benötigten Saisonarbeiter/Knechte zu den Bauern zurückgekehrt. Holz wurde in damaliger Zeit immer nur in Zeiten gänzlich unterbrochenen Safttriebes eingeschlagen, im Dezember und Januar eines jeden Jahres. Nur in diesen Monaten war auch der zum Abtransport der Langhölzer benötigte Schneebelag in den Schlittelwegen vorhanden und der Boden so durchgefroren, dass die Rückepferde leichte Arbeit hatten. Schon zur Zeit der Schneeschmelze musste alles Bauholz die Waldlagerplätze verlassen und die Bauplätze oder Zimmereien erreicht haben, damit kein Schädlingsbefall eintrat. Wenn also Pfalzgraf Johann Wilhelm am 3. Februar 1713 dem Alexander Gluck (der übrigens damals kein Oberjäger war) waldzinsfreies, also kostenfreies Bauholz in Aussicht stellte, dann betraf dieser Zuschuss den Einschlag im kommenden und nicht im zurückliegenden Winter, also den Dezember 1713 oder den Januar 1714! Damit ist Buchners Hausdatierung nichtig!

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Buchner Seite 19: Buchner zitiert eine Forstmeisteramtsrechnung vom Jahr 1713: "Von seiner Exzellenz Herrn Obristjägermeister Grafen von der Hauben aufgestellten Jäger zu Erasbach Alexander Gluck hat man zu seinem Hausbau folgen lassen müssen 20 Stämb."

Es gilt das zuvor Gesagte! Hier ist glasklar formuliert, dass das Holz dem Bau des Steinhauses nachfolgte! Notabene: Der Tag der Ausstellung dieser Rechnung bzw. der Baumfällung ist nicht spezifiziert, nur das Jahr. Vermutlich handelte es sich bei diesem Dokument des Forstmeistersamtes um den Jahresabschluss 1713. Das Holz für den Hausbau der Glucks wurde demnach kurz zuvor, im Dezember 1713, eingeschlagen (oder im Januar 1714, wenn dieser noch zum Dienstjahr 1713 zählte).

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Buchner Seite 19: Buchner zitiert im Weiteren einen Hofkammerbeschluss von 12. Dezember 1713: "Die drei Unterförster und Alexander Gluck, Jäger zu Erasbach, erhalten von ihren mit rucken besitzenden Wohnhäusern die Haussteuer nachgesehen."

Notabene: Alexander Gluck bekommt von der Hofkammer in München wie seine drei Försterkollegen eine Steuererleichterung in Aussicht gestellt. Der Vollzug in Neumarkt erfolgte naturgemäß erst später. Der Steuernachlass galt jedoch nur, wenn Alexander Gluck sein im Bau befindliches Haus in Erasbach nicht unbewohnt ließ oder vermietete, sondern selbst mit seiner Familie als Eigenheim nutzte. Man förderte also damals die gewünschte Ortsansiedlung der Förster und Jäger - auf Dauer! Die Selbstnutzung als Eigenheim beschreibt der altertümliche Ausdruck "mit rucken besitzen" (vgl. dazu Johann Andreas Schmellers "Bayerischem Wörterbuch", Stichwort "Ruck" und auch andere Rechtswörterbücher). Das Wort "rucken" deutet wohl auf den "Rauch" des in Benutzung stehenden Holzherdes hin. Ab welchem Datum genau die in Aussicht gestellte Steuerleichterung griff, war nicht spezifiziert, aber sie galt sicherlich erst, wenn das Haus bezogen war und in Benutzung stand. Buchner weiß von alledem - nichts.

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Buchner Seite 19: Buchner zitiert abschließend eine Steuerrechnung des Hofkastenamtes Neumarkt aus dem Jahr 1714 mit der Bemerkung, dass "die Unterförster Hans Höllriegl und Alexander Gluck ihre Häuser erst erbaut haben... Damit steht fest, dass das Haus im Sommer 1713 erbaut wurde."

Buchner unterschlägt in seiner Arbeit, was wir schon im Jahr 2015 im genauen Wortlaut des Dokumentes veröffentlicht haben: Von den vier angestellten Förstern und Jägern konnte im Jahr 1714 nur einer einer Steuerschätzung unterzogen werden, nicht jedoch die anderen, "weil der Höllrigl und Gluckh aber ihre Häuser erst erpauet (haben) und noch nicht in Zugang haben gebracht werden können". Dies bedeutet nicht anderes, als dass die Jahressteuer, die sich aus Haus- und Grundsteuer zusammensetzte, für Alexander Gluck und seinen Kollegen Höllrigl noch nicht berechnet werden konnte, weil deren Häuser erst im Laufe des Jahres fertiggestellt wurden.

Damit ist Buchners Schluss "Damit steht fest, dass das Haus im Sommer 1713 erbaut wurde." gänzlich ad absurdum geführt. Im Gegenteil: Es ist nun bewiesen, dass das Erasbacher Haus erst im Lauf des Jahres 1714 fertig gestellt wurde! Wir meinen, dass der Hausbezug erst nach der Jahresernte im Herbst 1714 erfolgt sein kann. Man beachte: Eine Sägemühle stand vor Ort nicht zur Verfügung; allein das händische Sägen aller Balken und Bretter zu diesem Haus benötigte mindestens 2 Monate, danach mussten die Decken erst noch eingebaut und der Dachstuhl gehoben und gedeckt werden. Aber erst, wenn in diesem Haus auch Brennholz und alle Wintervorräte aus Garten und Feld eingelagert worden waren, war dieses bezugsfertig! Dies war vor Herbst 1714 nicht der Fall!

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Buchner Seite 19: Buchner schreibt weiterhin: "Gluck hat aber auch schon vor dem Hausbau in Erasbach gewohnt, was folgendes Schriftstück kundtut". Am 13. Februar 1713 habe Alexander Gluck, "wahrscheinlich um die Baukosten dieses Jahres bestreiten zu können", einen Acker in Weidenwang einem gewissen Konrad Nutz verkauft.

Dass Alexander Gluck in diesem Vertragsentwurf "Vorster zu Erasbach" genannt wird, ist bereits sachlich falsch und nicht der einzige Schreibfehler der Person, die diesen Vertragsentwurf aufgesetzt hat, denn in ihm wird z. B. der Weidenwanger Konrad Nutz auch fälschlicherweise zum Erasbacher gemacht! Aus diesem Vertragsentwurf vom Februar 1713 ein bereits existierendes Wohnverhältnis Glucks in Erasbach zu konstruieren, wie Buchner dies tut, ist ein gewagtes Stück und durch rein gar nichts belegt, zumal es zu keinem Zeitpunkt zum Abschluss oder Vollzug dieses Vetrages gekommen ist, wie den Akten im StA Amberg eindeutig zu entnehmen ist. Im Übrigen irrt hier Buchner gleich mehrfach: Erstens handelte es sich nicht um einen Acker, sondern um ein Waldstück, das Alexander Gluck wie auch die Weidenwanger Bauern damals vom Kloster Seligenporten pachtete - vermutlich als Ausgleich für die entfallene Entnahme von Brennholz, die ab sofort im sonstigen Seligenportner Forst unter Strafe stand. Zweitens hat Alexander Gluck dieses Grundstück mitnichten an Konrad Nutz verkauft und daraus das Geld für den Erasbacher Hausbau bezogen, sondern er hat das Grundstück bis zu seinem Weggang aus dem Sulzgau im Jahr 1717 behalten und jedes Jahr dafür brav den Pachtzins entrichtet, wie die jeweiligen Rechnungen dieser Jahre belegen.

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Buchner Seite 19: Buchner beendet seine Fehlschlüsse von Seite 19 im Gesperrtdruck: "D a m i t   i s t   H e i m a t   u n d   G e b u r t s o r t   d e s   C h r i s t o p h   W i l l i b a l d   G l u c k   u r k u n d l i c h   u n d   e i n w a n d f r e i   e r w i e s e n.   Die Behauptung, dass er in Weidenwang geboren sei, hat nicht eine einzige Urkunde als Stütze, ist leere Mutmaßung auf Grund eines falsch interpretierten Taufscheines."

Buchner stellt alles auf den Kopf! Einwandfrei erwiesen ist in Wahrheit nur, dass Buchner mit seinen Schlüssen gewaltig schief lag! Desdhalb sind der Einwände sind sehr viele: Der Taufschein Glucks wurde korrekt interpretiert. Die Behauptung Buchners, dass Gluck in Erasbach geboren worden sei, hat nicht eine einzige Urkunde als Stütze.

Der Geburtsort Christoph Willibald Glucks in Erasbach ist mitnichten urkundlich und einwandfrei erwiesen. Und mit den Begriff "Heimat" hat das sowieso nichts zu tun. Es gilt die vom Komponisten Gluck selbst begründete Weidenwanger Tradition!

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Buchner Seite 20 und 21: Der interpretatorische Wirrwarr geht weiter, denn "noch gilt es eine letzte Position derer, die für Weidenwang eintreten, zu werfen." Und: " Die Kirche von Erasbach hat von jeher das Taufrecht gehabt; was das heißt, weiß jeder Pfarrer. Die Filialisten sind zu jeder Zeit und überall Hüter ihrer Rechte gewesen..."

In kirchenrechtlicher Hinsicht kennt sich Buchner zwar aus, allein - seine Prämissen sind falsch: Dass die Kirche von Erasbach von jeher das Taufrecht gehabt hätte, ist eine blanke Unterstellung. Richtig ist, dass die einzige Taufkirche der Umgebung seit jeher in Weidenwang stand, und das schon seit Bischof Gundekars oder der Karolinger Zeiten. Vor allem aber hat Erasbach zur Zeit von Christoph Willibald Glucks Geburt keinen eigenen "Filialisten" gehabt, der dort hätte taufen können. Erst im Jahr 1718 gibt es in Erasbach endlich einen Frühmesser, dem nun der alt gewordene Weidenwanger Pfarrer Simon Pabst das Taufrecht zum Teil übertrug, weil er selbst nur noch schlecht im Stande war, nach Erasbach zu fahren. Buchner gibt dies am Ende auch zu und führt damit die eigene These ad absurdum.

Sicher ist aufgrund der Pfarrmatrikel von Weidenwang, dass zuvor der Gluck'sche Taufpfarrer bedarfsweise nach Erasbach wechselte, um dort zu taufen, wenn in Erasbach ein Kind geboren worden war. In diesem Fall versah Simon Pabst in den Matrikeleinträgen die Taufzeugen und -eltern mit einem W:, wenn sie aus Weidenwang kamen, und mit einem E:, wenn sie aus Erasbach kamen - offensichtlich, um klar zu stellen, wer von diesem Personenkreis aus welchem Ort kam.

Dies war zum Beispiel der Fall bei der Erasbacher Geburt von Glucks Bruder Christoph Anton im Jahr 1716. Nicht der Fall, weil gänzlich unnötig, war dieses Kürzelverfahren, wenn alle Beteiligten inklusive Täufling aus Weidenwang kamen. Und genau so liest sich der Taufeintrag für Christoph Willibald Gluck; er ist kürzelfrei!

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Buchner Seite 21: Buchner findet aus seinem argumentativen Wirrwarr nicht heraus. Es gipfelt in dem gesperrt gedruckten Satz:   "I s t   a l s o   G l u c k   i n   E r a s b a c h   g e b o r e n,   d a n n   i s t   e r   d o r t   a u c h   g e t a u f t."

Richtig formuliert, müsste dieser Satz lauten: "Gluck ist in Weidenwang getauft worden, damit ist er dort auch geboren worden!" Dann stimmte auch der Buchner'sche Nachsatz: "Aufgeschrieben haben den Geburtsort die Pfarrer im einzelnen Tauffalle nicht; wozu denn auch?"

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Buchner Seite 22: "Die besondere Bekanntschaft (der Glucks) mit dem Wirte (Christoph Fleischmann) von Weidenwang mag gründen in dem oftmaligen dienstlichen Aufenthalt dort selbst; mag sein, dass in der ersten Zeit seines Hierseins Alexander Gluck bei dem Wirte in Herberge wohnte."

Na also! Warum nicht gleich in diese Richtung gedacht? Nichtsdestotrotz schießt Buchner hier ein weiteres Eigentor und führt seine vorherige Argumentation ad absurdum: Zuerst sieht er Alexander Glucks Dienstaufgabe als Förster in Weidenwang nicht adäquat und stellt die nachrangige Aufgabe des Jägers von Erasbach darüber, dann kommt plötzlich - man möchte fast sagen: aus schlechtem Gewissen - der Rückzieher. Der Gedanke mit der Herberge in Weidenwang - und damit denknotwendig der Geburt des ersten Sohnes in dieser Herberge - ist gar nicht so abwegig, wenn er Buchner nur rechtzeitig gekommen wäre. Auch wir haben zunächst in dieser Richtung ermittelt. Allerdings hätte Buchner dabei allmählich dahinterkommen können, dass Alexander Gluck im Haus des Försters Petzel eine eigene Dienstwohnung auffand und eine Herberge gar nicht brauchte.

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Buchner Seite 22: Wenige Zeilen später: "Die Tradition (freilich von der Geburt Glucks in Weidenwang) ist künstlich geschaffen und wahrscheinlich zu Ainmillers Zeit entstanden." Und: "Es ist auch psychologisch nicht gut denkbar, dass sich in Weidenwang eine Tradition über Glucks Geburtshaus von 1714 her erhalten habe. Die Förster wechselten so oft, dass ihr Andenken nach wenigen Jahren erloschen war."

Wieder eine Breitseite gegen den Pfarrer Ainmiller. Dass Buchner von seinem Pfarrerkollegen nichts hielt und diesem bei jeder sich bietenden Gelegenheit Dilettantismus und Lügen unterstellte, hat der Leser bereits eingangs erfahren. Unabhängig davon ist dieser Schluss Buchners wieder in toto falsch:

Die Tradition Glucks in Weidenwang (und auch Erasbach) wurde von Christoph Willibald Gluck selbst begründet, als er - auf dem Gipfel seines Erfolgs als Komponist stehend - im Jahr 1764 seinen Geburts- und Wohnort aufsuchte. Im Übrigen lag auf Glucks Geburtshaus auch schon vor dem Pfarrer Ainmiller der Hausname "Zum Forsterbarthl", der mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Zeit Alexander Glucks zurückging, als ein zu Gluck gleichaltriger Bartholomäus im Nachbarhaus (auf demselben Grundstück) geboren wurde. Dies haben wir an anderer Stelle bereits ausführlich begründet. Im Übrigen gibt Buchner expressis verbis zu, dass im Jahr 1847, also deutlich vor Kaspar Ainmillers Zeit, "die Tradition schon da war". Also wieder ein argumentatives Eigentor. Ihm folgt ein weiteres: "Wenn eine Tradition erhalten blieb, hätte sie in Erasbach vorhanden sein müssen... Daß in Erasbach das Andenken erstorben war, müsste eher befremden..." Warum gilt für Erasbach, was für Weidenwang nicht gilt? Die Erklärung bleibt Buchner schuldig. Im Übrigen hatte sich selbstredend seit 1764 auch in Erasbach eine Tradition zu Gluck etabliert, nämlich dass der kleine Christoph Willibald dreieinhalb Jahre dort gelebt hatte.

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Wir beenden hiermit den Exkurs zu den "Argumenten" Franz Xaver Buchners. Er verdächtigte alle anderen des Irrtums und der Falschaussage - und war selbst davon am allerwenigsten frei!

Völlig unterschlagen hat Buchner übrigens auch, dass schon im Jahr 1860 der k. b. Landrichter Joseph Stadlbauer aus Beilngries zusammen mit dem Weidenwanger Pfarrer Ainmiller das Forsthaus von Weidenwang persönlich inspiziert hatte, nachdem vorübergehend das Gerücht aufgekommen war, das Haus sei erst 1792 erbaut worden (vermutlich in Wahrheit eine der vielen späteren Reparaturphasen). Beide kamen zu dem Schluss, dass dies keinesfalls stimmen könne, da das schwarze Gebälk des Hauses und ein dort aufgefundener alter Hirschfäger ein viel zu hohes Alter aufwiesen und direkt auf das frühe 18. Jahrhundert und in die Zeit der Glucks zurückverwiesen. Das schwarze Gebälk, das war vermutlich das völlig verkohlte Auflager des Rauchfangs, von dem wir einen Balken im aktuellen Rauchfang konserviert haben, sowie die Bohlen-Balken-Decke in der Guten Stube, die in der Tat durch immer wieder qualmende Öfen im 18. Jahrhundert stark geschwärzt worden war. So haben wir die Decke auch 2020 aufgefunden, ehe sie durch Sandstrahlung von allen Rußauflagen befreit wurde. Und ein Hirschfänger war in der Tat ein derart ausgefeiltes Instrument mit landes- und zeittypischem Zierat, dass auch er als Datierungshilfe des Hauses durchaus geeignet war. Leider ist dieser alte Hirschfänger nicht auf uns überkommen.

Es ist also keineswegs so, wie Buchner unterstellte, dass Geltungssucht, historischer Dilettantimus und die Bereitschaft zur Geschichtsfälschung ein fiktives Geburtshaus Glucks in Weidenwang produziert haben! Nein, man die Sachverhalte sorgfältig überprüft, ehe man das Gluck'sche Geburtshaus als solches auswies!

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Unabhängig von den Schwächen des Pfarrers Buchner, den wir nun in Frieden ruhen lassen wollen, ist bislang nur ein einziges, von Buchner unabhängiges Argument für den Geburtsort Erasbach ins Feld geführt worden:

Als sich der junge, von zuhause entwichene Christoph Willibald Gluck im Jahr 1731 in der Karlsunversität Prag als Student der Geisteswissenschaft ("logicus") einschrieb, bezeichnete er sich als "palatinus Erpahensis", d. h. als "Oberpfälzer aus Erasbach". Die Originalmatrikel der Prager Universität sind seit dem Zweiten Weltkrieg verloren, die Gluck'schen Einträge wurden aber glücklicherweise rechtzeitig transkribiert und liegen uns heute als beglaubigte Abschriften vor.

Die Selbstbezeichnung Glucks als "palatinus Erpahensis" ist absolut richtig, denn Gluck war in der Tat ein "Oberpfälzer aus Erasbach" - und vermutlich war Erasbach auch der einzige Ort der alten Heimat, an den er sich vielleicht selbst gerade noch zurückerinnerte. Für Weidenwang dürfte dies nicht zugetroffen haben, weil ja ein Kind mit dem Ort seiner Geburt nicht die geringste Erinnerung verbindet, wenn es diesen kurz danach verlassen hat.

Aus dem besagten Immatrikulationseintrag ein Argument für den Gluck'schen Geburtsort Erasbach zu konstruieren, ist jedoch nicht statthaft. Denn der Einschreibepraxis im 18. Jahrhundert zufolge wurde meistens unter der Rubrik "patria" = "Vaterland, Vaterstadt" nur der Herkunftsort, d. h. der letzte Wohnort des Vaters oder der Eltern, nicht jedoch der eigentliche Geburtsort vermerkt. Dieser spielte zur Zeit des Kurfürstentums Bayern noch nicht die geringste Rolle, sondern er wurde erst mit der napoleonischen Eroberung Bayerns und der generellen Einführung von Verwaltungsvorschriften nach französischem Vorbild (Stichwort Code Napoléon; nach 1806) zum obligaten Bestandteil von Urkunden und Bescheinigungen (zusammen mit dem Geburtsdatum). Nicht anders in Böhmen.

Mit anderen Worten: Der besagte Matrikeleintrag belegt nicht den Geburtsort Christoph Willibald Glucks.

Die in diesem Punkt lasche Eintragspraxis bestätigte z. B. auch der Herausgeber des Matrikelbuches der Altdorfer Universität, das aus dem Jahr 1701 stammt:

"In allen Matrikeln und auch in der Altdorfer ist es um die Genauigkeit der Herkunftsbezeichnungen übel bestellt. Wer einem Dorf oder wenig bekannten Flecken entstammte, nannte lieber die nächst größere Stadt oder den weiteren politischen Bezirk oder setzte für den Ort seiner Geburt den des dermaligen Wohnsitzes seiner Eltern ein, wechselte wohl auch nach Laune mit seinen Ausdrücken. Mitunter scheint sogar die Gemeinde, deren Schule besucht worden war, an die Stelle der wahren Heimat getreten zu sein..." (Vgl. E. v. Steinmeyer: Die Matrikel der Universität Altdorf, 1912, Vorwort, S. LVI)





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Soweit zu den Irrtümern und Fehlschlüssen, welche verheerende Auswirkungen auf die Biographie Glucks vor allem deshalb zeitigten, welch sich namhafte Musikwissenschaftler und Gluckforscher, allen voran Rudolf Gerber und Gerhard Croll, den Buchner'schen Vorurteilen ungeprüft anschlossen. Und von diesen Biographen wurde wiederum sehr viel abgeschrieben. Auch das Argument mit dem Matrikeleintrag von Prag ändert nichts daran; es hat keine Beweiskraft.

Damit bleibt es bei der von Christoph Willibald Gluck selbst begründeten, über 150 Jahre lang unwidersprochenen und nach 100 Jahren Irrtum heute eindrucksvoll bestätigten Tradition seiner Geburt im Forsthaus von Weidenwang!



Vielleicht fragt am Ende jemand, warum die Erfassung der Geburt eines großen Mannes überhaupt so wichtig sei. Wir übergeben dazu dem Schriftsteller Stephan Zweig (1881-1943) das Wort und zitieren aus seinen berühmten"Sternstunden der Menschheit":

"Entsteht aber in der Kunst ein Genius, so überdauert er die Zeiten; ereignet sich eine solche Weltstunde, so schafft sie Entscheidung für Jahrzehnte und Jahrhunderte. Wie in der Spitze eines Blitzableiters die Elektrizität der ganzen Atmosphäre, ist dann eine unermessliche Fülle von Geschehnissen zusammengedrängt in die engste Spanne von Zeit. Was ansonsten gemächlich nacheinander und nebeneinander abläuft, komprimiert sich in einen einzigen Augenblick, der alles bestimmt und alles entscheidet; ein einziges Ja, ein einziges Nein, ein Zufrüh oder ein Zuspät macht diese Stunde unwiderruflich für hundert Geschlechter und bestimmt das Leben eines Einzelnen, eines Volkes und sogar den Schicksalslauf der ganzen Menschheit..."



Eine solche Sternstunde war die Geburt Christoph Willibald Glucks in Weidenwang:
Mit ihr änderte sich die Welt der Musik!