Dichter und Arzt in Berching von 1938 bis
1977
© Dr. Werner Robl, Berching 2026
Ein Kollege von uns, der wie wir seine familiären Wurzeln in Weiden in der Nordoberpfalz hat, aber große Teile seines Berufs- und Privatlebens in der Westoberpfalz verbrachte, genauer gesagt im Städtchen Berching, ist der ehemalige Hausarzt und Heimatdichter Dr. Heinz Schauwecker. [Link]
Am 11. Oktober 1894 in Regensburg geboren und in Nürnberg aufgewachsen, blieb Heinz Schauwecker Zeit seines Lebens ein echter Oberpfälzer. Im Jahr 1954 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Berching ernannt - wegen seines umfangreichen lyrischen und prosaischen Gesamtwerks und seiner vielen Verdienste, die er sich um die Heimat Oberpfalz und die Stadt, in der er über 39 Jahre lang lebte und wirkte, erworben hatte.
Während es in Parsberg sogar einen "Heinz-Schauwecker-Platz" gibt, wird der Dichterarzt heute in Berching nicht mehr geehrt, zumindest in nicht in der Öffentlichkeit. So ist auch sein Grab im Friedhof schon vor vielen Jahren von seinem Sohn Dieter Schauwecker aufgelöst worden und heute vergessen. Der Grund für die heutige Nichtbeachtung in Berching liegt z. T. auch in einer vermeintlich "völkisch-braunen" Vergangenheit, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts von Schwandorfer "Jusos" aufgedeckt worden sei. Eines der damaligen "Beweismittel" - Schauweckers Unterschrift im sogenannten "Treuegelöbnis deutscher Schriftsteller" vom 26. Oktober 1933 - ist inzwischen stark relativiert, da hier nur in den allerwenigsten Fällen authentische Unterschriften vorliegen und im Übrigen Heinz Schauwecker mit dem gleichnamigen NS-Schriftsteller Franz Schauwecker (1890-1964) verwechselt worden sein dürfte.
Die nachfolgenden Angaben stammen aus wenigen Quellen und Erzählungen Berchinger Mitbürger, vornehmlich aber von Schauweckers Enkeltochter Eva Maria Zimmer aus Gröbenzell und von Silke C. Albrecht, aus ihrer Dissertation "Der Bundesverband Deutscher Schriftsteller-Ärzte e. V. - seine Bibliothek und seine Autoren" (Dezember 1985), die uns freundlicherweise der Arzt und Wahlberchinger Dr. Schröttle zur Verfügung gestellt hat, wofür wir uns herzlich bedanken. Weiterführenden Informationen finden sich auch in der relativ objektiven Kurzbiografie von Bernhard Baron im Literaturportal Bayern: [Link]
Wir fühlen uns weder berufen, den tief gottgläubigen und stark mit Heimat und Vaterland verwurzelten Heinz Schauwecker wegen eines frühen Irrwegs zu entschuldigen, noch dazu, ihn deswegen zu verurteilen. Wir erinnern vielmehr den Leser dieser Zeilen an das bekannte Bibel-Wort: "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein." (Joh. 8,7)
Außerdem legen wir Wert auf die Feststellung, dass bestimmte Episoden in Schauweckers Lebens dafür sprechen, dass er sich nach gemachter Erfahrung nach und nach von allen völkisch-nationalistischen Ideen abgewandt und sich sogar mitunter in Gegensatz zum NS-Regime gebracht hat - und zwar unter Lebensgefahr und z. T. lange, bevor dieses Regime zusammenbrach.
Darauf deuten wenigstens 4 Tatbestände hin, von denen übrigens Heinz Schauwecker selbst zu Lebzeiten nie ein Aufhebens gemacht hat:
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Im Jahr 1938 wechselte er dann in die altbayerische Provinz, die weitaus weniger als der Nürnberger Raum von der NS-Ideologie kontaminiert war, wie nebenstehende Grafik verdeutlicht. Konkret zog es ihn in das beschauliche Mittelalter-Städtchen Berching, zu dem er schon um 1925 erste schriftstellerische Kontakte geknüpft hatte, durch Dichtung des "Berchinger Spiels" für die 1000-Jahrfeier 1926. Schauwecker verheiratete sich auch nach Berching; das Städtchen wurde daraufhin zu seiner Heimat.
Zum politischen Diskurs war da nicht die geringste Zeit, zumal im Verlauf des Krieges auch immer klarer wurde, dass das 1000-jährige Reich ein schlimmer Trugschluss gewesen war. In dieser schweren Zeit rettete Heinz Schauwecker nach einem Bericht des Donaukuriers vom 12. Februar 1994 20 geistig Behinderte vor dem Zugriff der Waffen-SS. Ein wahrlich riskantes Unterfangen! Es ist anzunehmen, dass diese Behinderten Insassen der der mit ca. 220 Personen restlos überbesetzten Anstalt in Holnstein waren. In diesem Zusammenhang berichtete uns anlässlich eines Besuchs am 18. Mai 2026 Heinrike Schauwecker-Zimmer, die 93-jährige Tochter Heinz Schauweckers, davon, ihr Vater aber bei einer ersten Inspektionen eine Finte angewandt und von einem Dörfler einen Bauernschlitten so über die verschneite Straße nach Holnstein hatte kippen lassen, dass für die von berching her kommenden Kontrolleure kein Durchkommen mehr war. Bei einer späteren Kontrolle nach der Schneeschmelze habe sich dann die Oberin der Holnsteiner Schwester mit Vehemenz erfolgreich gegen eine erneute Kontrolle gewandt: "Nur über meine Leiche", zitierte Heinricke Schwecker-Zimmer uns gegenüber die damalige Oberin Sr. Jolenta Schmidt. So konnte das Heim später in seinen Jahresberichten stolz melden, durch die Schreckensherrschaft des NS-Regimes nur 2 Bewohner durch Deportation verloren zu haben!
Da zu befürchten stand, dass beim weiteren Rückzug das Depot und damit die halbe Stadt Berching in die Luft fliegen würde, simulierte Heinz Schauwecker als Oberfeldführer des Roten Kreuzes - wohlgemerkt unter der persönlichen Gefahr, wegen Wehrkraftzersetzung und Sabotage standrechtlich liquidiert zu werden - mit ein paar Helfern den Fortbetrieb des Hilfslazarettes im Kloster, um dem kommandierenden General der Waffen-SS klar zu machen, dass die Munitionspläne unmenschlich seien. Schauwecker setzte sich durch und die Waffen-SS entschloss sich hierauf, ihre Verteidigungslinie inklusive Munitionslager südlich von Beilngries, bei Paulushofen, aufzubauen. Welch ein Glück für Berching und seine Bewohner!
In diesen gefährlichen Tagen übergab Schauwecker seine Frau Maria Metella (aus zweiter Ehe; mehr dazu weiter unten) mit den 3 Berchinger Kindern für ca. 1 Woche in die Obhut des Pfarrer von Oening.
Schließlich war der schlimme Zweite Krieg, der für Deutschland in einer desaströsen Niederlage endete, vorbei.
Im letzten Kriegsjahr, genau am 30. November 1945, verstarb leider auch Schauweckers Tochter Brigitte (* 21. März 1926; aus erster Ehe in Nürnberg), die bereits erste Erfolge als Schriftstellerin gehabt hatte, als sie im Alter von 19 Jahren von einem britischen Militärfahrzeug von der Straße abgedrängt wurde, stürzte und den Folgen dieses Sturzes erlag.
Heinz Schauwecker hatte noch 1921 in Nürnberg die Fabrikantentochter und Lehrerin Käthe Richter geheiratet, von der er die besagte Tochter Brigitte hatte, welche als blutjunges Mädchen starb (siehe oben). Er ließ sich schon im Jahr 1931 scheiden, da diese Ehe unter keinem guten Stern stand. Im Jahr darauf, genau am 19. März 1932, heiratete ereine weitere Lehrerin, die adrette 34-jährige Maria Metella Selmayr aus Altötting (* 12. Februar 1899).
Aus dieser zweiten Ehe stammten drei Kinder, von denen zwei noch am Leben sind. Da ist zum einen die am 16. Mai 1933 geborene Heinrike Maria, verheiratet mit Jürgen Zimmer aus Hechendorf am Pilsensee, heute noch lebend, aber leider erblindet, mit dem Sohn Peter Zimmer (* 13. Februar 1960 im "Schauweckerhaus", genauer gesagt "im Doppelbett der Großmutter", wobei sein Großvater der Geburtshelfer war) und der Tochter Eva Maria Zimmer (* 21. Mai 1962 im Krankenhaus Berching, Geburtshelfer "Assistenzarzt" Rudi Seitz). Es folgte eine am 5. Juli 1934 geborene Tochter namens Imfried Maria. Diese Tochter wurde Zahnärztin in München-Grünwald. Ihr späterer Doppelname Groß-Ruppelt rührt daher, dass sie nach dem Tod des ersten Mannes (namens Groß) ein weiteres Mal mit dem Kieferorthopäden Dr. Wolfgang Ruppelt verheiratet war und aus dieser Ehe 2 Kinder hatte, Judith Ruppelt (heute in München) und Alexander Ruppelt (heute in Regensburg). Irmfried Groß-Ruppelt selbst ist vor einigen Jahren verstorben. Am 2. Januar 1937 machte schließlich ein Sohn namens Heinz-Dieter Schauwecker den Abschluss, der sich mit seiner Frau Gisela, einer geb. Steiner aus Berching, und seinen Kindern Frauke und Stefan in Ilmmünster bei Pfaffenhofen niederließ.
Heinz Schauwecker selbst war kein ausgesprochener Familienmensch; seine Arbeit als Arzt, sein literarisches Interesse und auch die Ahnenforschung hatten bei ihm stets den Vorrang; die Sorge um Haushalt und Kinder überließ er seiner Frau, die sich laut ihrer Tochter Heinrik von einer lebenslustigen Frau mit "Bubikopf-Frisur" (Lehrerstochter aus Altötting) unter dem Eindruck der Mutterschaften und familiärer Sorgen nach und nach "zu einer Konservativen wandelte" (was auch immer das bedeuten mag). Obowehl die Frau auch in der Praxis zeitweise mitarbeitete3te, kam es zwischen den Ehepartnern nach und nach zur gegenseitigen Entfremdung. Seine angetraute Frau behielt nach dem Krieg ihre heranwachsenden Kinder bei sich und kehrte, wie bereits erwähnt, zuletzt nicht mehr in den gemeinsamen Haushalt zurück. Mit seinen Kindern blieb Schauwecker jedoch weiterhin in Kontakt; er entband später sogar seine älteste Tochter Heinrike Maria zweimal im Berchinger Krankenhaus von beiden Enkeln. Diese Tochter Heinricke nahm ab 1662 ihre Mutter zu sich an den Pilsensee, wo diese 10 Jahre später verstarb.
Schauwecker selbst blieb in Berching. Das Entnazifizierungsverfahren hatte er relativ problemlos überstanden. Mit zunehmendem Alter etwickelte er z. T. schwere gesundheitliche Probleme: Im Jahr 1962 erlitt er z. B. einen Herzinfarkt, wenig später ein Augenleiden, zuletzt auch Schlaganfälle.
Schon im Jahr 1962 versuchte Schauwecker seine Praxis in der Maria-Hilf-Str. 4 und seine Krankenhaustätigkeit in Berching aufzugeben, doch schon nach einem Monat warf sein Nachfolger hin, sodass Schauwecker, obwohl durch die Kriegsereignisse und seine Krankheiten geschwächt, den Praxisdienst wieder selbst aufnahm, da er seine Berchinger Patienten nicht im Stich lassen wollte.
Vermutlich in diesem Jahr trennte sich das Ehepaar Schauwecker, das sich schon zuvor auseinandergelebt hatte, endgültig. Der Dichterarzt wechselte vorübergehend in eine 2-Zimmer-Wohnung in der St.-Lorenz-Str. 17 (Hinterhaus Spenglerei Karl Reindl), da das Haus in der Mariahilfstraße bereits an eine Ärztin vermietet war, und ein avisierter Neubau in der Haarbergsiedlung noch nicht erbaut war. Eine geb. Berchingerin hat uns berichtet, Sie hätte damals Dr. Schauwecker Lebensmittel vorbeigebracht, was darauf hin deutet, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits gesundheitlich ziemlich angeschlagen war. Nach Angaben der Hinterbliebenen blieb Maria Metella Schauwecker bis ca. 1964/65 im "Schauweckerhaus" in der Mariahilfstraße wohnen, ehe sie zur Tochter nach Oberbayern umzog. Das Haus mit dem erhaltenen Wappen der Schauweckers ist heute im Besitz von entfernten Verwandten.
Im Jahr 1963 stand Schauweckers Praxis ein weiteres Mal auf der Kippe: Wegen zweier schwerer Augenoperationen hatte Schauwecker zu eigenen Entlastung den "Assistenzarzt" Rudi Seitz (aus Berching oder Umgebung) angestellt, der ihn zwar gut vertrat, aber trotz mehrfacher Aufforderungen seine letzten Prüfungsnachweise nicht vorlegte und deswegen schlussendlich keine Approbation als Arzt erhielt. Wegen dieses peinlichen Sachverhalts sah sich Heinz Schauwecker nach Ermahnung durch die Behörden schließlich veranlasst, Rudi Seitz zu entlassen, der sich später als "Vertreter für medizinischen Fachbedarf" sein Brot verdiente.
Der 70-jährige Schauwecker selbst fand danach für längere Zeit keinen Praxisassistenten mehr und war trotz fortgerückten Alters wieder auf sich allein gestellt. Rastlos drehte er trotz Krankheit in Berching seine Runden, um den vielen Kranken und Leidenden aus seiner großen Praxis gerecht zu werden. Seine Tochter Heinrick berichtete uns, dass es in Berching ein geflügeltes Wort über Heinz Schauwedcker gegeben habe, das ihn treffend charakterisierte: "Der Schauwecker webst scho' wieda!" Wohl gemerkt nicht in Schmellers Sinn von "stehlen", sondern im Sinn von "unermüdlich und in hohem Tempo herumsausen"!
Erst 1964 konnte Heinz Schauwecker endlich seinen verdienten Ruhestand antreten.
Dass Schauwecker in seinen letzten Jahren wieder mit seiner Frau in engeren Kontakt kam, war allein aus familiären Gründen - das Paar war ja nicht geschieden, sondern lebte lediglich getrennt - nicht zu vermeiden. Doch selbst wenn Schauwecker seinen Kinder gegenüber seine Vaterpflicht erfüllte und obendrein seine Ehefrau fionaziell unterhielt, so blieb diese dennoch für den Rest ihres Lebens am oberbayerischen Pilsensee, nahe der Tochter Heinrike, in eigenem Hausstand.
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Silke C. Albrecht, die 1985 über Schauweckers Leben promovierte, spricht davon, dass Schauwecker nach
endgültiger Aufgabe seiner Praxis im Jahr 1964 einen lang gehegten Lebenstraumes verwirklichte und am Haarberg
in der Egerlandstraße 4 ein Haus errichtete, das er nach der Burg seiner Vorfahren "Haus Schaubeck"
benannte. [Link]
Wer auch immer Heinz Schauwecker in diesen späten Jahren besuchte, er fand ihn meist in der Wohnstube sitzen, wo er sich gern an sein bewegtes Leben zurückerinnerte oder an neuen Werken schrieb. Mitversorgt wurde er dort von seiner Schwiegertochter Gisela, geb. Steiner, die dazu mit ihrem Mann immer wieder von Ilmmünster aus anreiste, und deren Schwester Marianne Hintermeyer, die in Berching lebte.
In diesem Haus erlitt Schauwecker eines Tages auch einen Schlaganfall, von dem er sich jedoch im Krankenhaus Berching wieder soweit erholte, dass er nachhause zurückkehren konnte. Da der betagte Herr sehr an Berching hing, wurde ein Umzug zum Sohn nach Ilmmünster zwar angedacht, jedoch trotz weiterer Krankenhausaufenthalte nie vollzogen.
Als Schauweckers Ehefrau Maria Metella am 28. September 1972 nach kurzem Leiden in Hechendorf verstarb, trauerten er und seine erwachsenen Kinder. Einen Monat später veröffentlichte Heinz Schauwecker in der Lokalpresse eine Traueranzeige, in der er sich ordnungsgemäß im Namen aller Angehörigen für die erwiesene Anteilnahme bedankte. Dem Text ist zu entnehmen, dass Schauwecker nicht nur seiner Pflicht als Ehemann nachkam, sondern inzwischen auch mehrfacher Großvater geworden war.
Der greise Dichterarzt blieb in seinem Haus an der Egerlandstraße bis kurz vor seinem Tod am 4. Juni 1977. Er starb schließlich im Berchinger Krankenhaus im Alter von 82 Jahren; die eigentliche Todesursache ist uns nicht bekannt.
Der Tote wurde im Beisein einer großen Menschenmenge im oberen, nordöstlichen Anteil des Berchinger Stadtfriedhofs, in Nähe der Leichenhalle, in einem Ehrenbürgergrab bestattet. Das leer stehende Haus in der Haarberg-Siedlung ging an die Erbengemeinschaft seiner Kinder und wurde alsbald abverkauft.
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Schon vor vielen Jahren löste Sohn Dieter Schauwecker das Grab seines Vaters im Berchinger Stadtfriedhof auf, zumal es dort keine weiteren Angehörigen der Familie mehr gab und Schauweckers Andenken auch anderweitig nicht mehr gepflegt wurde. So ist bei den Berchinger Bürgern die Grabstelle heute vergessen.
Der Mittelteil von Schauweckers Grabstein ist dennoch erhalten, denn seine Tochter Heinrike Schauwecker-Zimmer und ihr Sohn Peter Zimmer haben diesen vor der weiteren Zerstörung gerettet und in ihr eigenes Familiengrab integriert, in der Gemeinde Seefeld, Ortsteil Hechendorf, auf dem dortigen Friedhof beim Kriegerdenkmal.
So kann Schauweckers Grab, wenngleich mit geänderter Disposition der Inschriften, durchaus besichtigt werden, aber eben nicht in Berching, sondern nur im 120 km Luftlinie entfernten Friedhof am oberbayerischen Pilsensee. Bei diesen Doppelgrab der Familien Schauwecker und Zimmer befindet sich die Inschrift zu Heinz Schauwecker auf dem linken Stein unten, in der nebenstehenden Aufnahme durch Gebüsch verdeckt. Ergänzt sind hier die Lebensdaten seiner zweiten Ehefrau Maria, geb. Selmayr, und seiner Tochter Brigitte, aus erster Ehe.
Zusammenfassung und Wertung, resultierend aus oben genannter Dissertation, erstellt mithilfe von KI (Chat-GPT):
Das Leben und Wirken von Heinz Schauwecker entzieht sich einfachen Zuordnungen. Als Arzt, Sanitäter, Schriftsteller und Heimatkundiger stand er zeitlebens im Spannungsfeld zwischen persönlicher Verantwortung, kulturellem Selbstverständnis und den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Wer ihm heute begegnet, begegnet einem Menschen, dessen Biografie sowohl von humanitärer Haltung und Pflichtbewusstsein als auch von zeittypischen Ambivalenzen geprägt ist.
Schauweckers Streben galt einer kulturellen Identität, die er als historisch gewachsen, landschaftlich verwurzelt und über politische Grenzen hinaus verbindend verstand. Dieses Denken war nicht biologistisch oder rassisch begründet, sondern kulturgeschichtlich und humanistisch geprägt. Zugleich bediente er sich aber – insbesondere in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren, nicht-ahnend was kommt – einer Sprache der Heimat, der Herkunft und des geschichtlichen Raumes, die im Kontext ihrer Zeit anschlussfähig war an völkische Deutungen. Daraus ergab sich eine scheinbare Nähe zu den Nationalsozialisten (der im Übrigen damals nahezu jeder unterlag, der beruflich fortkommen wollte), die aber in Wirklichkeit gar nicht bestand.
Am Nationalsozialismus nahm also allen gegenläufigen Behauptungen zum Trotz Schauwecker nicht inhaltlich teil; allerdings nahm er auch nur bedingt und zeitweise die Rolle des offenen Gegners. Seine Selbstaussagen zeigen einen Arzt, der innerhalb eines zunehmend repressiven Umfelds versuchte, möglichst beruflich und menschlich integer zu bleiben – und der nur dort Grenzen zog, wo persönlicher Handlungsspielraum und Sicherheit bedroht waren.
Der Praxiswechsel nach Berching im Jahr 1938 markiert in diesem Zusammenhang keinen ideologischen Rückzug, sondern eine bewusste Schutzentscheidung.
Die über ihn angefertigte, hier immer wieder ohne eigene Kennzeichnung zitierte Dissertation folgt ebensowenig wie der von uns selbst stammende Text dieser Seite einer entlastenden oder anklagenden Lesart. Sie versteht wie wir selbst Erinnerung als verantwortete Annäherung: an einen Menschen, der sich in seiner Zeit bewegte, der ihr verhaftet war, der ihr aber zugleich nicht vollständig entsprach und der z. T. visionär nach vorne blickte. Die hier versammelten biographischen Fakten und Texte wollen also weder glätten noch verurteilen, sondern sichtbar machen, wie komplex, widersprüchlich und menschlich ein Leben sein kann, das aber immer dem Dienst am Menschen verpflichtet blieb.
Es folgen nun nochmals die Eckdaten des Lebenslaufes, nunmehr mit den Tätigkeitsschwerpunkten, ergänzt um Angaben zu eigenen, eher schwachen Gesundheit:
1894
11. Oktober: Geburt von Heinz Schauwecker in Regensburg als erstes Kind des Kaufmanns Heinrich Adam Schauwecker und Rosa Marie Schauwecker, geb. Stahl.
1901–1908
Einschulung in Regensburg (Volksschule am Klarenanger). Umzug der Familie nach Nürnberg; weiterer Volksschulbesuch dort. Geburt der Geschwister Erika und Kurt. Prägend wirkt die Nähe zu den Großeltern mütterlicherseits, insbesondere zum Großvater Thomas Stahl, Lokführer und Rot-Kreuz-Sanitäter.
vor 1914
Bei der Musterung zum Militärdienst wird Schauwecker aus gesundheitlichen Gründen als nicht-fronttauglich eingestuft. Ein regulärer Fronteinsatz als Soldat kommt für ihn nicht in Betracht.
1914–1918
Trotz Ausmusterung tritt er zu Beginn des Ersten Weltkriegs in den Sanitätsdienst des Roten Kreuzes ein. Einsätze in der Heimat und in Frankreich (u. a. Mars-la-Tour, Chambley). In dieser Zeit kommt es zu starken körperlichen Belastungen; rheumatische Beschwerden, die er später selbst auf diese Kriegsjahre zurückführt, treten erstmals auf.
ab 1915/1916
Beginn des Medizinstudiums (Regensburg, Würzburg, Erlangen). Studium mehrfach unterbrochen durch Kriegseinsatz, Erkrankungen und gesundheitliche Schwächungen.
1920
30. März: Ablegung des medizinischen Staatsexamens in Erlangen mit der Note "sehr gut". Promotion zum Dr. med. mit der Dissertation "Über die Formaldehydderivate Paraformaldehyd und Hexamethylentetramin." (Approbation 1920; Promotionsjahr teils auch mit 1921 angegeben.)
frühe 1920er-Jahre
Niederlassung als Arzt in Nürnberg (erste eigene Praxis). Beginn intensiver literarischer Tätigkeit. Mitwirkung an einer Festschrift/einem Festspiel zur 1000-Jahr-Feier. Fortbestehende rheumatische Beschwerden, die jedoch die berufliche Tätigkeit nicht verhindern.
1924–1937
Ausbau des Engagements im Roten Kreuz. Aufbau zahlreicher Helferinnenbereitschaften. Ernennung zum Chefarzt der Rot-Kreuz-Helferinnenbereitschaften in Nürnberg und Umgebung. Öffentliche Wahrnehmung als Arzt und Schriftsteller. Erste Ehe (zeitlich in diese Phase fallend), später aufgelöst. Die chronische Erkrankung begleitet ihn weiter, wird aber durch hohe Arbeitsbelastung und Verantwortungsdruck überlagert.
1937
Zunehmende politische Konflikte im Roten Kreuz. Keine Beförderung trotz langjähriger Bewährung; Ausschluss aus Führungsfunktionen. "Rat zum freiwilligen Ausscheiden". Die Kombination aus politischem Druck, institutioneller Ausgrenzung und gesundheitlicher Erschöpfung verschärft seine Lage.
1937/1938
Beantragung eines Disziplinarverfahrens durch Schauwecker selbst. In der Folge Stellung unter SD-Aufsicht. Er empfindet seine persönliche Sicherheit als gefährdet.
1938
Praxiswechsel von Nürnberg nach Berching. Bewusste Entscheidung: Verzicht auf die in Nürnberg aufgebaute berufliche Stellung, Aufgabe von Hausbauplänen und eines bereits erworbenen Bauplatzes, Rückzug in eine kleine, politisch weniger exponierte Stadt der Oberpfalz. Der Schritt erfolgt aus politischer Gefährdung, wird jedoch auch durch die langjährige gesundheitliche Belastung und familiäre Verpflichtung mitgetragen.
ab 1938
Dauerhafte Niederlassung in Berching als praktischer Arzt. Berching wird Lebensmittelpunkt und zentraler Ort seines literarischen Wirkens. Die geringere äußere Belastung ermöglicht eine stabilere Lebens- und Arbeitssituation, trotz chronischer Erkrankung.
Nachkriegszeit (ab 1945)
Weiterführung der ärztlichen Tätigkeit in Berching. Öffentliche Wahrnehmung vor allem als Dichter-Arzt. Keine bekannten öffentlichen politischen Stellungnahmen zum Nationalsozialismus.
26. Februar 1959
Nach Kenntnis der Hinterbliebenen erhielt Dr. Heinz Schauwecker an diesem Tag wegen seiner vielfachen Verdienste für das Gemeinwohl das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland - kurz den Bundesverdienstorden - verliehen. Über den Verbleib von Orden und dazugehöriger Urkunde herrscht derzeit Unklarheit. Wahrscheinlich schrieb Schauwecker unmittelbar zuvor und in Zusammenhang damit seine 1959 erschienene Arbeit "Das unabdingbare Vermächtnis - Ein Erlebnisbericht für junge und alte Menschen" (Download-Link unten).
1964
Veröffentlichung der autobiographisch geprägten Sammlung "Mein Kaleidoskop". Teilweise erneute Praxistätigkeit, nachdem sich zeigt, dass sein Nachfolger keine Approbation besitzt. Bau eines Eigenheims in der Egerlandstraße 4 in Berching.
1966–1969
Mitgründung des Bundesverbands Deutscher Schriftsteller-Ärzte (BDSÄ), gemeinsam mit Alfred Rottler. Erster Präsident des Verbandes.
1972
Tod der zweiten Ehefrau Maria Metella Schauwecker. Zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfacher Großvater.
1974
Rücktritt als Präsident des BDSÄ aus Alters- und Gesundheitsgründen. Ernennung zum Ehrenpräsidenten.
4. Juni 1977Tod im Alter von 82 Jahren. Beisetzung auf eigenen Wunsch in Rot-Kreuz-Uniform,auf dem Berchinger Friedhof, in Begleitung einer großen Menschenmenge. Das Grab ist inzwischen aufgelöst, Grabstelle in etwa bekannt.
Schauwecker und sein geliebtes Berching:
Leider ist Schauweckers umfangreiches Werk heute in unzählige Einzelausgaben und Zeitschriften verstreut und als Gesamtwerk nicht greifbar; wir bringen aber im Folgenden wenigstens einige Auszüge davon, die mit seinem geliebten Berching zusammenhängen.
Es folgen drei frühe Portraits Schauweckers zur Linken und ein spätes Portrait zur Rechten. Links ist Heinz Schauwecker im Jahr 1925 zusammen mit dem Gründer des Laßleben-Verlags in Kallmünz abgelichtet, dem Lehrer und Zeichner Johann Baptist Laßleben (1864-1928), der auch die Zeitschrift "Die Oberpfalz" gründete, für die Schauwecker über viele Jahre tätig war. Ganz rechts sehen wir sein Aussehen in fortgeschrittenem Alter, numnmehr in der Uniform eines Chefarztes des BRK.
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| Blaue Punkte: Hier hat Heinz Schauwecker als Arzt gewirkt. Rote Punkte: Hier hat er
gewohnt. |
HEIMAT
Wer die Heimat preisgibt,
Sich lossagt von seinem Volke,
Treibt wie das herbstfahle Blatt,
Losgerissen und ohne Halt,
Ziellos taumelnd im Wind,
Spiel jeder fremden Gewalt.
Staatsformen ändern sich, Heimat hat Dauer!
Welch eine Aktualität, gerade in einer Zeit der Globalisierung!
So heimatgebunden Heinz Schauwecker auch war, er war rastlos und unermüdlich, wenn es darum ging, die Kunde vom Wert des Patriotismus in die Welt zu tragen. Neben Praxis und Dichtung war er zwar nicht parteipolitisch - das war er übrigens nie gewesen -, dafür umso mehr berufs- und bildungspolitisch unterwegs: erst in der Weimarer Republik und im Dritten Reich, nach dem Krieg im neuen Freistaat Bayern, in der jungen BRD, ja selbst in der Welt:
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Als Chefarzt des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreisverband Beilngries saß er z. B. nach dem 2. Weltkrieg auch im Vorstand des BRK-Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz. Schon 1928 hatte er die erfolgreiche Schriftenreihe "Rast am Tor" gegründet (vgl. weiter unten), im Jahr 1951 folgte als Gründung das zweijährig stattfindende, große Heimatfest des sogenannten "Nordgautages", das bis heute vom Oberpfälzer Kulturbund weiter gepflegt wird. Schon 75 Jahre alt, gründete er noch den "Bund der bayerischen Schriftsteller-Ärzte", initiierte danach die Gründung den "Bundesverbandes deutscher Schriftsteller-Ärzte" (BDSÄ), dessen Präsident er bis 1974 war, und erreichte selbst gegen Widerstand dessen Aufnahme in die "Weltorganisation der Schriftsteller-Ärzte", als deren Vizepräsident er im Jahr 1972 den 17. Weltkongress in Regensburg leitete. Es prägte ihn Zeit seines Lebens auch ein herzliches Verhältnis zum Verlag der Familie Laßleben in Kallmünz - mit teils schritstellerischem, teils redaktionellem und editorischem Engagement.
Heinz Schauwecker zog gegen Ende seines bewegten Lebens folgende dichterische Bilanz:
BILANZ
Von allem,
was ich für mich getan,
blieb nur ein schaler Satz.
Was ich für andre tat,
lebt fort,
hat mir gebracht
Freundschaft und Liebe,
so meines Winters kalte Tage
ein wenig wärmt
und heiter macht.
Heinz Schauweckers gesamter Nachlass (untergebracht in insgesamt 30 Kartons) stünde für Forschungszwecke bereit, in der Staatlichen Bibliothek Regensburg. Daran gemacht hat sich unseres Wissen noch keiner.
Wir wollen uns im Folgenden auf die Vorstellung derjenigen Werkstücke beschränken, die Heinz Schauwecker seiner Heimatstadt Berching gewidmet hat - zur Freude für alle, die Berchinger mit Leib und Seele sind, als Mahnung an unsere Jugend und als Ermunterung, den Schauwecker'schen Heimatgedanken allen Widerständen zum Trotz auch in die Zukunft weiterzutragen!
Eine Episode aus dem Bauernkrieg 1525
Heinz Schauweckers Schauspiel zur 1000-Jahrfeier in Berching 1926
Als Heinz Schauwecker Berching als künftigen Lebensschwerpunkt wählte, war ihm der Ort nicht unbekannt. Bereits im Jahr 1921 hatte er Berching anlässlich einer Treidel-Bootsfahrt auf dem Ludwig-Kanal kennengelernt. Im Jahr 1926 erhielt er dann den Auftrag der Stadtgemeinde Berching, für die anstehende 1000-Jahrfeier ein Festspiel zu schreiben.
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Aus diesem Grund hielt sich Heinz Schauwecker im Sommer 1926 für mehrere Wochen in der Stadt auf und studierte dabei intensiv die Geschichte Berchings. Dabei muss sich eine Art von Liebe auf den zweiten Blick entwickelt haben, so dass dann 1938 die Entscheidung relativ leicht fiel, für immer in die westliche Oberpfalz und an die Sulz zu wechseln. Der Wechsel dürfte allerdings Schauwecker auch insofern leicht gefallen sein, als ihm kurz zuvor die Nazionalsozialisten in Nürnberg unter Missachtung seines vorherigen Engagements beim Roten Kreuz Nürnberg und Bayern einige Posten entzogen hatten (Schauwecker war zuvor leitendes Mitglied der Sanitätskolonne Nürnberg, außerdem Mitbegründer der Helferinnenbereitschaften Nürnberg, Ansbach, Schwabach, Weißenburg sowie Stadtschul- und Flughafenarzt von Nürnberg gewesen).
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Schauwecker arbeitete an seinem Manuskkript zum Fest fleißig und zügig, so dass bei der Feier sein "Berchinger Spiel", eine Episode aus dem Bauernkrieg 1525, wie geplant aufgeführt werden konnte. Szenenbild und Kulisse prägte die ehemalige Propstei am Gredinger Tor, die damalige Schreinerei Pirkl. Die Musik kam von seinem Bekannten Rudolf Eisenmann, der mit der Berchinger Färbermeisterstochter Walburga Allio verheiratet und selbst ein begabter Komponist und Dirigent war. [Link] Von der Aufführung, die unter Mitwirkung von zahlreichen Berchinger Laienschauspielern auf einer niedrigen hölzernen Bühne stattfand, haben sich einige Bilder enthalten:
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Von
links: Galster Erika, Lichtenegger Alfons, Krebs Clement, Hollnberger Adolf, Klenner Josef, Schätz
Franz.
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Es war für uns gar nicht so leicht, Heinz Schauweckers Textbuch zum Festpiel zu besorgen. Am Ende gelang es doch, als Kopie aus der UB Eichstätt:
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Das Berchinger Historienspiel fand wie das im selben Jahr geschriebene Heimatspiel "Bürgertreue" für Kallmünz große Anerkennung und begründete Schauweckers Ruf als begabter Autor historischer Schauspiele. So folgten nach dem Krieg in der Westoberpfalz auch der "Haug von Parsberg" ( 1950), das "Schweppermannspiel" für Kastl (1953) und schließlich der "Bernhard von Weimar vor Beilngries" (1953).
Das Krapfentor als Heimatdank
Stiftung Dr. Schauweckers im Jahr 1926
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Diese
Fotografie des Jahres 1926 zeigt Dr. Schauwecker vor seinem Torturm, zusammen mit Berchinger Kindern
(von rechts nach links): Toni Köstler, Hans Regnath, Kathl Regnath, Marie Stürmer, Bärbel Sandtner,
Anni Bayerschmidt und Fanny Ferstl (Hainz).
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Heinz Schauweckers Stiftung - in der Familie kurz der "Dichterturm" genannt, weil hier neben Schauwecker selbst auch andere schreibende Künstler ursprünglich zu Studienaufenthalten in Berching einziehen sollten - wurde schon im Jahr 1952 wieder aufgelöst. Aktuell haben wir weder Information darüber, aus welchen Grunden dies geschah, noch, wie sich der Schriftstellerarzt selbst dazu stellte. Vermutlich ging es, wie in solchen Fällen üblich, um das Geld und die Verantwortlichkeit für den Unterhalt. Heute ist der Turm heruntergekommen, unbewohnbar, das beistehende Pflasterzollhaus vernichtet, [Link] damit an dieser Stelleaktuell jeglicher Sinn für das Schöne in Berching verloren gegangen.
Stadt Berching in der Oberpfalz
von Dr. Heinz Schauwecker (1894-1977)
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Heimatdankgabe 1928-1931
gegründet von Dr. Heinz Schauwecker im Jahr 1928
Heinz Schauwecker hat in Zusammenarbeit mit dem Lassleben-Verlag Kallmünz seine "Rast am Tor" in den Jahren 1928 bis 1931 in vier Einzelausgaben editiert und dabei bis dato unbekannten oberpfälzer Schriftstellern und Dichtern die Möglichkeit geboten, ihr Können vorzustellen. Der Titel "Rast am Tor" bezieht sich konkret auf das Berchinger Krapfentor im Norden der Vorstadt, damals noch, wie deutlich auf dem Titelblatt zu sehen ist, mit dem Pflasterzollhäuschen zur Linken, das vor wenigen Jahren einer frevlerischen Spitzhacke zum Opfer fiel [Link].
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Später erschienen noch ein paar Sammelausgaben, doch während des Zweiten Weltkriegs kam diese Edition zum Erliegen. Nach Kriegsende lebte die Reihe jedoch wieder auf, ab 1952 als Kulturteil der Zeitschrift "Die Oberpfalz". Als Emblem dieser anfangs von Heinz Schauwecker redigierten Sammlung von Kurzgeschichten und Gedichten diente nach wie vor das Berchinger Krapfentor, nunmehr in stilisierter Form:
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In dieser Intention erscheint die Sektion "Dichtung, Musik und bildende Kunst der Oberpfalz" in der Zeitschrift "Die Oberpfalz" noch heute.
Loseblatt-Sammlung von vertonten
Weihnachtsgedichten
von Dr. Heinz Schauwecker - 1929
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Gedichte und Erzählungen
von Dr. Heinz Schauwecker - 1955
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Gedichte - zugeeignet der Stadt
von Dr. Heinz Schauwecker - 1957
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zugeeignet der Stadt
von Dr. Heinz Schauwecker - z. T. undatiert
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Erlebnisbericht eines Rot-Kreuz-Arztes
von Dr. Heinz Schauwecker - 1959
Im Jahr 1559 gab Dr. Heinz Schauwecker - vor Verleihung des Bundesverdienstordens - ein Büchlein von ca. 200 Seiten heraus, einen autobiografischen Bericht - u. a. darüber, was ihn schon als Kind motiviert hatte, sich beim "Roten Kreuz" zu engagieren, wie er als Sanitäter und Rot-Kreuz-Soldat den Ersten und Zweiten Weltkrieg überstand und wir er nach dem letzten Weltkrieg als BRK-Funktionär von Berching aus mithalf, dem "Deutschen Roten Kreuz" wieder weltweite Anerkennung zu verschaffen.
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Insbesonders Schauweckers Schilderung der letzten Weltkriegstage in Berching sind ein außerordentlich wertvolles Zeit- und Lokalzeugnis Berchings, und ein weitgehender Beleg dafür, dass die eingangs erwähnten Eigenschaften des Schriftstellerarztes auch zutreffen.
Wir haben den im Buchhandel gar nicht mehr und in den Antiquariaten kaum mehr erhältlichen Bericht "Das unabdingbare Vermächtnis", den uns dankenswerterweise Dr. Wilhelm Schröttle zur Verfügung gestellt hat, in moderne PDF-Schreibweise umgesetzt und empfehlen allen Berchingern die Lektüre, vor allem die Lektüre der ihre Heimatstadt betreffenden Seiten, deren Inhalt an Anschaulichkeit nicht zu überbieten ist (Seite 79 neue Edition, S. 156 alte Edition).
Zum Download gelangt man durch Klick auf das folgende Bild, einem Auszug aus der Original-Edition von 1959!
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