Pentagon und Pentagramm - Strukturmerkmale
im Energie-Gerüst des Planeten Erde?

 

© Dr. Werner Robl, Berching, 29.06.2019

 

Im Juni 2019 fiel uns ein Bild ins Auge, von dem wir noch nie zuvor gesehen oder gelesen hatten und das uns erstaunte: Die Oberfläche des Planeten Erde, überzogen von 12 Pentagons und 20 Dreiecken, wobei die Schnittpunkte jeweils mit einem Kreis markiert waren. In konstruktiver Hinsicht sind Pentagon und Pentagramm nahezu gleich, das eine ist im anderen enthalten und umgekehrt. Sozusagen die zwei Seiten einer Medaille.

Was also hatten diese uns bereits bestens bekannten Flächenmodelle im großen Maßstab auf der Erde zu suchen?

Nach kurzer Recherche wurden wir fündig: Es handelte sich um die zentrale Abbildung in mehreren Arbeiten der russischen Forscher N. F. Goncharov, V. S. Morosov und V. A. Makarov, welche sich in den Jahren vor 1974 mit der Oberflächenstruktur und inneren Beschaffenheit der Erde aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus beschäftigt und das entsprechende geometrische Muster entdeckt hatten.

Das deutschsprachige Publikum der damaligen DDR wurde einmalig auf diese Entdeckung aufmerksam gemacht - in einem kurzen Übersichtsartikel der Zeitschrift "Sputnik" aus dem Jahr 1974 (in deutscher Übersetzung eines Artikels von N. Bodnaruk aus der "Komsomolskaya Pravda"). Der westdeutsche Leser ging leer aus. Man findet diesen Artikel, der heute kaum noch erhältlich ist, unter folgendem Link:

[Sputnik, Heft 9, September 1974, Nikolai Bodnaruk: Das geheimnisvolle Netz auf dem Globus]

Besonders informativ war diese summarische Zusammenfassung einer neuen Erdgitter-Theorie noch nicht, weshalb wir dem zugrunde liegenden Original-Manuskript des russischen Forscher-Trios nachgingen. Fündig wurden wir in einer weiteren sowjetischen Zeitschrift, "Chemie und Leben", vom März 1974. Da dieser Text bislang nur in Russisch vorliegt, haben wir eine deutsche Übersetzung angefertigt, die unter folgendem Link erhältlich ist:

[Chemie und Leben, Heft 3, 1974, N. F. Goncharov, V. S. Morosov, V. A. Makarov: Ist die Erde ein großer Kristall?]

 

Wir brechen an dieser Stelle die weit verzweigte Hypothese der russischen Forscher auf das Kleinste herunter:

Die Erde als Planet weist ein Energie-Gitternetz auf, das sich aus dem geologischen Aufbau der Erde als Mega-Kristall ergibt, sich in Form eines kombinierten Ikosaeder-Dodekaeders präsentiert und damit von zahlreichen sphärisch gewölbten Fünfecken = Pentagons und Dreiecken begrenzt wird. Zahlreiche geophysikalische, geochemische, kristallografische atmosphärische, kulturgeschichtliche, biologische, ökologische und anthropologische Phänomene lassen sich durch dieses Modell erklären. Erste, noch ansatzweise Kenntnis davon hatte übrigens bereits der Philosoph Platon und die Pythagoreer des 4. Jahrhunderts v. Chr.. Das Kristall-Modell war also keineswegs neu, sondern 1974 quasi nur wiedererinnert. Zur Untermauerung ihrer Hypothese nennen die Forscher eine ganze Reihe von frappierenden Anomalien der Erdgeschichte und Analogien in der Entwicklung fast aller Völker, führen also natur- und geisteswissenschaftliche Erkenntnisse zusammen und runden sie zu einem integralen, in sich stimmigen Bild der Erde - des Geokristalls.

 

Mit dem Artikel in der Zeitschrift "Chemie und Leben" war unser Interesse an der Kristall-Hypothese endgültig geweckt, aber auch dieser zeichnete sich durch eine geradezu spartanische Kürze aus, beschränkte sich ausschließlich auf geologische Aspekte und war im Hinblick auf die Wichtigkeit der Thematik, die er behandelte, keineswegs erschöpfend.

Zwar erschienen in den Jahren nach 1974 noch zahlreiche weitere Artikel des Forscher-Trios in diversen sowjetischen Fachzeitschriften und entfachten in Forscherkreisen der UdSSR einige Diskussionen, aber das Gesamtwerk der drei kam dabei nicht zur kompletten Darstellung - geschweige denn, dass es eine größere Öffentlichkeit gefunden hätte. Ganz im Gegenteil, der ungeheure Wissensschatz und jahrzehntelange Erkenntnisprozess, der den Arbeiten zugrunde lag, wurde durch die ungünstige Form der Publikation weiter fragmentiert und bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet.

Im Westen wurde die vielen interessanten Facharbeiten, die selbst in Russland nur schwierig zu recherchieren sind, sowieso so gut wie nicht wahrgenommen; es herrschte damals nach wie vor der "Kalte Krieg", der den wissenschaftlichen Austausch zwischen den verfeindeten Blöcken stark behinderte.

Wenigstens fingen einige amerikanische Amateurforscher wie z. B. Christopher Bird oder Bethe Hagens an, sich mit dem russischen Forschungs-Sujet zu beschäftigen. Großen Nachhall fanden auch sie nicht, aber immerhin existiert eine schöne Zusammenfassung von Christopher Bird, auf deren deutsche Zusammenfassung wir hiermit verlinken:

[Christopher Bird: Ein planetarisches Gitter - Zusammenfassung der russischen Globalgitterforschung von 1975]

Es musste eine weitere Generation vergehen, ehe sich im Jahr 2005 der Russe Kyrill Lachugin aufgrund früherer Bekanntschaft mit V. A. Makarov, dem letzten Überlebenden des Forscher-Trios, aufmachte, eine große Synopse des Gesamtwerkes von N. F. Goncharov, V. S. Morosov und V. A. Makarov zu erstellen, wobei er nun auch neuere natur- und geisteswissenschaftliche Erkenntnisse einfließen ließ. Auch dieses Werk erfuhr nur eine geringe Auflage von 1000 Exemplaren, inzwischen ist es mangels Nachfrage auf russischen Servern frei erhältlich, z. B. auf "studlib.ru" [Link] - auch zum kompletten Download im DJVU-Format: [Link] (Die Arbeit kann im Sumatra-PDF-Viewer direkt dargestellt werden; die Konversion in das weiter verbreitete PDF-Format ist durch freie Konverter möglich).

Aufgrund dieser freien Verfügbarkeit nehmen wir an, dass der Autor, so er noch lebt, an einer weiteren Vermarktung nicht mehr interessiert ist und damit auf das Copyright inzwischen verzichtet hat. Dies nehmen wir zum Anlass, an dieser Stelle eine deutsche Übersetzung des Manuskriptes zu präsentieren, wobei uns der Leser einige Holprigkeiten der Übersetzung nachsehen möchte, da wir mangels ausreichender Russisch-Kenntnisse die Hilfe von Google-Translator in Anspruch nehmen mussten:

[Kyrill Lachugin: Die Erde - ein großer Kristall? Synopse der Forschung von N. F. Goncharov, V. A. Makarov, V. S. Morosov, Moskau 2005, Übersetzung aus dem Russischen]

Auch wenn es sich um eine hochspekulative Hypothese handelt, die über mehr als 230 Seiten mit Argumenten aus nahezu allen Wissensgebieten ausgebreitet wird, und neuere Erkenntnisse sie in dem einen oder anderen Punkt überholt haben, so wird der an der Geschichte von Zahlen interessierte Leser dennoch vom Inhalt beeindruckt sein. Nebenbei findet er zahlreiche Assoziationen zu Pentagramm/Pentagon und den daraus abgeleiteten Winkeln und Zahlenverhältnissen!

An der Kristallstruktur der Erde zweifelt heute auch die "amtliche" Naturwissenschaft nicht mehr; immer wieder beschäftigen sich wissenschaftliche Symposien mit diesem Thema (wobei in der Regel geflissentlich die russische Vorarbeit verschwiegen wird). Auch wenn schon die Pythagoreer lange vor der Zeitenwende entsprechende Denkansätze geliefert hatten, so ist es doch dem russischen Forscher-Team aus dem vorigen jahrhunderst zu verdanken, dass heute die Kristallstruktur der Erde so etwas wie ein wissenschaftliches Gemeingut geworden ist.

Trotz all der unzähligen Variablen und Einflussfaktoren, die die Entdecker keineswegs alle erfassen, bewerten und ggf. ausschließen konnten, trotz aller Spekulation, die der Thematik a priori immanent ist, mache man sich bewusst: Die Wiederentdeckung der Kristallstruktur der Erde ist nur durch den Abgleich vieler naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Daten und Vorstellungen ermöglicht worden, also durch einen methodischen Synkretismus, zum dem sich zumindest die Naturwissenschaften heute nicht mehr herablassen. Um die dadurch entstandenen wissenschaftlichen "Scheuklappen" zu überwinden, braucht es also nach wie vor - und vielleicht sogar mehr denn je - das Engagement von Amateuren, welche in ihren frei gewählten Hobbyfächern dennoch wahre Experten sein können und zu bahnbrechenden Erkenntnissen im Stande sind! Das Trio Goncharov, Makarov, Morosov ist das beste Beispiel dafür!

Leider ist aber deren wertvoller Erkenntnisweg von einst inzwischen ziemlich verwässert worden. Zahlreiche, z. T. wenig seriöse Internetseiten haben sich der Thematik bemächtigt und stellen weitere Strukturmodelle der Erde vor. Z. T. liegen dubiöse Vorstellungen zugrunde, z. T. handelt es sich auch um Plagiate der IDSE-Theorie. [Link] [Link] Dazu überfrachten Hobbyforscher nicht selten das Thema mit zahlreichen esoterischen, geomantischen, damit parawissenschaftlichen und metaphysischen Aussagen und Rückschlüssen, woran allerdings die russischen Forscher von einst nicht ganz unschuldig sind, da sie mitunter ebenfalls in diese Bereiche abgedriftet sind (so war z. B. unseres Erachtens der Verweis auf "Nessie", das Ungeheuer von Loch Ness, gänzlich unnötig).

Was die neueren Theorien und die Geschichte der Kristallforschung in ihrer Gesamtheit anbelangt, so hat vor einigen Jahren Marco Bischof versucht, mit einer in der Zeitschrift Hagia Chora erschienenen Artikelserie in die Kristallmodelle der Erde eine gewisse Ordnung und Systematik zu bringen. Dem Leser, der sich noch näher mit der Geschichte der Kristallografie beschäftigen und variante Modelle kennenlernen will, sei diese Artikelserie empfohlen:

[Marco Bischof: Der Kristallplanet - Ideengeschichte der globalen Gitternetze, Hagia Chora, Bde. 7-25 , 2000-2007]

 

 

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